11.07.2018

Ein Angriff auf die Fundamente Europas

Stellungnahme zur aktuellen Asyl- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung


Das Präsidium im Kolpingwerk Diözesanverband (DV) Münster lehnt die Errichtung von Abschiebezentren, Sammellagern und verstärkte Sanktionen für Migrant/-innen entschieden ab. Mehr als erleichtert zeigten sich die Verantwortlichen im Diözesanverband Münster, dass die einer Politikverdrossenheit förderliche Auseinandersetzung mit einer Koalitionsvereinbarung endlich beendet wurde.

„Wir sprechen uns gegen Transitzentren an der deutsch-österreichischen Grenze aus“, so Diözesanvorsitzender Harold Ries. Auch Ankerzentren und Internierungslager außerhalb unserer europäischen Grenzen und somit ohne Fürsorgemöglichkeiten unsererseits ließen sich mit dem christlichen Menschenbild des Kolpingwerkes nicht vereinbaren.

Oberste Priorität hat auch für Kolping-Geschäftsführer Uwe Slüter „die Integration der zu uns geflüchteten Menschen. Das bleibt nach wie vor unsere wichtigste gesellschaftliche Aufgabe, die bereits mit vielen positiven Beispielen belegt werden konnte.“

Kultur der menschlichen Wertschätzung


Durch den Streit der Union und die Diskussionen in Politik und Gesellschaft der letzten Wochen erleben wir die Abschaffung unserer „Willkommenskultur" für die wir als Kolpingwerk einstehen, so das Präsidium in seiner Stellungnahme. Denn diese Kultur der menschlichen Wertschätzung müsse Grundlage für eine gelingende Integration bleiben.

Tatsächlich nehme man wahr, dass die neue europäische Flüchtlingspolitik sich gegen Fremde abschotte. Harold Ries warnt: „Flucht und seine Folgen sind globale Aufgaben und dürfen nicht in Staaten ausgelagert werden, in denen es keine belastbaren Rechtssysteme und Zivilgesellschaften gibt.“

In der Stellungnahme des Präsidiums heißt es weiter: „Humanität und Verantwortung für die Ärmsten und Verfolgten gehören zum Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland und Europas. Diese Werte bestimmen unser Zusammenleben. Mit der aktuellen Politik von Abschottung und Zurückweisung, auch innerhalb der EU, erfolgt ein Angriff auf unsere Werte wie Solidarität, Freiheit und Nächstenliebe und damit einhergehend ein Angriff auf die Fundamente Europas.“

Positiv bewertet das Präsidium des Diözesanverbandes Münster das im Koalitionsvertrag bereits verankerte Einwanderungsgesetz, das das Kolpingwerk seit längerem dringend fordert. „Wir hoffen sehr, dass die Planung der Bundesregierung, bis Ende dieses Jahres dem Bundestag einen Gesetzesentwurf hierfür vorzulegen, gelingt.“ Doch das, so das Präsidium könne nur im Konsens mit allen sich ihrer politischen Regierungsverantwortung bewussten Parteien gelingen.

(US / DF / rk)

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