05.06.2018

Von Holzschuhen, fairem Kaffee und zweisprachigen Gesängen

Delegation des Kolpingwerkes Uganda zu Besuch


Schon im Dezember 2017 war den Teilnehmern der Delegationsreise nach Uganda klar, im nächsten Jahr musste der Gegenbesuch gelingen. Im Mai diesen Jahres war es dann soweit. Am 11. Mai konnten Helmut Tissen (Buldern) und Christiane Terbeck (Wessum) vom Diözesanfachausschuss „Internationalität und Eine Welt“ vier Gäste der Uganda Kolping Society am Düsseldorfer Flughafen begrüßen. Der neue Geschäftsführer des Kolping-Nationalverbandes Uganda, Fred Wakisa, war mit seinem, ebenfalls neuen Stellvertreter Bonniface Tukwaiibwe, dem Vorsitzenden Francis Mayombo und der stellvertretenden Vorsitzenden Josephine Okello der Einladung des Diözesanfachausschusses und des Diözesangeschäftsführers Uwe Slüter gefolgt, das Kolpingwerk Diözesanverband Münster zu besuchen.

Gleich nach Ankunft der ugandischen Gäste machte sich die Gruppe auf den Weg nach Werne. Hier wurden die ersten drei Nächste im frisch renovierten Kolpinghaus Stadthotel Werne verbracht. Die Gelegenheit eines internationalen Austausches ließ sich die Kolpingsfamilie Werne nicht entgehen und lud die Delegation zu einem gemütlichen Abend mit Flammkuchen und Bier ein. Fred Wakisa überreichte als Dank ein Präsent, das den „ugandischen Geist,das ugandische Feuer und die ugandische Liebe“ transportieren sollte – eine Flasche ugandischen Waragi. Es sollte definitiv nicht die letzte Flasche gewesen sein, die während des Aufenthaltes der Delegation ihren Besitzer wechselte.
Am nächsten Tag besuchte die Delegation gemeinsam mit dem kompletten Diözesanfachausschuss den Katholikentag in Münster. Dort traf die Delegation mit Sandra Bagamba zusammen. Die 24-ährige aus Uganda stammende junge Frau absolviert zurzeit ein freiwilliges soziales Jahr im Diözesanverband Münster. Am Vormittag stand Fred Wakisa gemeinsam mit dem Diözesanfachausschussvorsitzenden Matthias Knauff noch bei einer Podiumsdiskussion zur internationalen Zusammenarbeit, der WDR-Moderatorin Yvonne Willicks Rede und Antwort. Danach wurden die vielen Angebote und Aktionen erkundet, bevor der Tag mit dem großen Kolpinggottesdienst und dem anschließenden Austausch beschlossen wurde.

Begegnung und Austausch

Teilweise alte Bekannte konnten am Sonntag in der Kolpingsfamilie Buldern begrüßt werden, die die Delegation zu sich eingeladen hatte. „So leben wir unsere Partnerschaft“, betonte Sonja Wilmer-Kausch, Verbandsreferentin und Geschäftsführung des Diözesanfachausschusses „Internationalität und Eine Welt“. Und weiter: „Die Begegnung, der persönliche Kontakt und das gegenseitige Kennen lernen bilden zusammen ein wichtige Säule unserer Partnerschaftsarbeit. Besuche in unseren Kolpingsfamilien machen deshalb auch einen bedeutenden Teil unseres Besuchsprogrammes aus.“

So verwundert es kaum, dass neben den Kolpingsfamilien Werne und Buldern noch weitere Kolpingsfamilien besucht wurden: Nach einem offiziellen Treffen mit der Bürgermeistern von Ahaus Karola Voss, überraschte die Kolpingsfamilie Wessum die ugandische Delegation mit einer kleinen Fahrradtour, die mit dem Besuch des ortansässigen Holzschuhmachers und einem münsterländischen Kaffeetrinken mit Weggen und Schinken, passend unterbrochen wurde. Der Ausklang bildete ein gemeinsames Essen in einem Showcase des Software-Unternehmens Tobit. Bei der Kolpingsfamilie Osterwick bestaunten die Gäste aus Uganda die von der Kolpingsfamilie getragene Schulmensa, die Offene Ganztagsschule und die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Mit der Kolpingsfamilie Saerbeck wurde der Bioenergiepark in Saerbeck und das Mehrgenerationenhaus der Kolpingsfamilie besichtigt. Bei einem gemeinsamen Mittagessen und Kaffeetrinken gelang ein guter und intensiver Austausch der ugandischen und deutschen Kolpinger. Die letzten drei Tage verbrachte die Delegation aus Uganda in der Kolpingsfamilie Oelde. Besonders das Pfingstfest und seinem damit verbundenen Brauchtum wird den ugandischen Gästen in stetiger Erinnerung bleiben.

Düsseldorf und Köln

„Wir wollen unseren Partnern auch immer Möglichkeiten bieten, Ideen und Eindrücke mit nach Uganda zu nehmen. Deshalb versuchen wir Programmpunkte zu finden, bei denen die Entwicklung solcher Ideen möglich sein kann“, erläuterte Fachausschussvorsitzender Matthias Knauff (Oelde). So konnten die ugandische Delegation und der Fachausschuss den Landtagsabgeordneten René Schneider im NRW Landtag besuchen. Nach einer geführten Besichtigung durch den Landtag traf die Gruppe auf den Kolpingbruder der Kolpingsfamilie Xanten, der für die SPD im NRW Landtag sitzt. Besonders beeindruckte die ugandischen Gäste die Offenheit und die Neugier des Politikers. In gekonntem Englisch erkundigte er sich nach der Kolpingarbeit in Uganda, nach Projekten und zukünftigen Zielen. Hier berichtete der stellvertretende Geschäftsführer Bonniface Tukwasiibwe begeistert von der Idee, einen fair gehandelten Kolpingkaffee aus Uganda anbieten zu wollen. Aber auch die landwirtschaftlichen Projekte des ugandischen Kolpingwerkes sowie das Aufforstungsprogramm als Reaktion auf den Klimawandel beeindruckten René Schneider.
Von Düsseldorf ging es weiter nach Köln. Bevor sich dort die ugandische Delegation und der Diözesanfachausschuss mit der Länderreferentin Katharina Hager von Kolping International trafen, stand natürlich ein Besuch der Minoritenkirche an. Fred Wakisa, Bonniface Tukwasiibwe, Francis Mayombo und Jophine Okello waren sichtlich gerührt beim Besuch am Grab Adolph Kolpings. Nach einem stillen Gebet wurde das Kolpinglied angestimmt, das zweisprachig erklang.

Der Besuch bei Kolping International startete mit einem Rundgang durch die Geschäftsstelle, die gleich gegenüber der Minoritenkirche liegt. Daran schoss sich ein zweistündiger Austausch mit Länderreferentin Katharina Hager und der Abteilungsleiterin „Spenden“ , Elisabeth Schech, an. Neben vielen Informationen zur Förderung von Projekten und Maßnahmen blieb noch Zeit, um zukünftige Projekte anzudenken und neue Ideen für Projekte zu generieren. Mit dem obligatorischen Gruppenfoto am Kolpingdenkmal ging der Tag bei Kolping International zu Ende.

Ausbildung, Familien und fairer Kaffee

Da auch ein Projekt zur beruflichen Ausbildung (Work Opportunity Programm) in das Portfolio des ugandischen Kolpingwerkes gehört, stand auch die Besichtigung des HBZ, des Bildungszentrums der Handwerkskammer in Münster auf dem Programm. Der stellvertretene Hauptgeschäftsführer Knut Heine und der Vizepräsident der Handwerkskammer, Franz Wieching, begrüßten die Besuchergruppe. Nach einem Einstieg in die Aufgaben der Handwerkskammer und einem Austausch über die berufliche Ausbildung in Deutschland und Uganda, luden Heine und Wieching die Gäste zu einem Rundgang durch das Ausbildungszentrum ein, wobei schwerpunktmäßig die Metallwerkstätten besichtigt wurden.

Die Familien und Familienpolitik standen auf der Agenda beim Besuch der Geschäftsstelle des Familienbundes der Katholiken in Münster. Geschäftsführerin Sigrun Jäger-Klodwig stellte der ugandischen Delegation den Familienbund und seine Aufgaben vor. Im Anschluss gab es einen regen Austausch über die Situation von Familien in Uganda und Deutschland.

Ein weiteres Highlight war der Besuch der Rösterei Langen in Medebach / Sauerland. Nach einer Besichtigung der Rösterei und vielen Informationen zur Kaffeeröstung wurde intensiv mit dem Kaffeeröster Klaus Langen die Idee eines fair gehandelten Kolpingkaffees aus Uganda diskutiert.

„Wir danken unseren Freunden vom Kolpingwerk Diözesanverband Münster für das tolle Programm und die Wertschätzung mit der sie uns empfangen haben“, fasste Francis Mayombo, Vorsitzender der Uganda Kolping Society, beim „Social evening“, dem traditionellen gemütlichen Abend mit Diözesanvorstand und Präsidium, die Erlebnisse zusammen. Man nehme nicht nur viele neue Eindrücke und Ideen für zukünftige Projekte mit, sondern auch die Gewissheit Teil einer guten und stabilen Partnerschaft zu sein, auf der man sich als gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe und mit Achtung begegne.

Text: Sonja Wilmer-Kausch
Fotos: Sonja Wilmer-Kausch, Christina Terbeck, Daniel Fissenewert

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Kolpingwerk Diözesanverband Münster e.V.
Gerlever Weg 1
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