05.02.2018

"Respekt - Mach Dein Ding!" jetzt auch in Borken!

Jobcenter Kreis Borken beauftragt Kolping-Bildungswerk


Schwer erreichbare Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenslagen unterstützen und sie (zurück) auf den Weg in Bildungsprozesse, in Maßnahmen der Arbeitsförderung, in Ausbildung oder Arbeit holen. Das ist das Ziel des Projektes „Respekt - Mach dein Ding!“. Das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband (DV) Münster ist seit Februar 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales mit dem Pilotprojekt „Respekt“ für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren an mehreren Standorten im Kreis Coesfeld tätig.

Diese erfolgreiche Arbeit kann seit Mitte Januar 2018 nun ebenfalls in Borken angeboten werden. Denn das Jobcenter Kreis Borken hat das Kolping-Bildungswerk beauftragt, auch eine Anlaufstelle von „Respekt – Mach dein Ding!“ für junge Menschen in der Stadt Borken einzurichten. Ab sofort ist das Team „Respekt“ in Borken, Nordring 13, Tel. (02861) 8052506 erreichbar. Hier gibt es nun eine feste Anlaufstelle mit offenem Begegnungs- und Beratungsbereich. Darüber hinaus wird ein mobiles Angebot installiert (Beratungsbus), das die aufsuchende Arbeit unterstützt und niedrigschwellige Angebote (Café, Aktivitäten, Beratung) bietet.

Uwe Slüter, Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerkes DV Münster, begrüßte die Vertreter des Kreises und der Stadt Borken sowie die Medienvertreter zur Standorteröffnung am Freitag (2.2.) und dankte für das Vertrauen des Jobcenters Kreis Borken. „Auch im Kreis Borken gibt es, trotz der sehr guten wirtschaftlichen Lage, junge Menschen, die auf den ersten Blick keine gute Perspektive haben. Sie haben keinen Schulabschluss, keine Berufsausbildung, stecken in schwierigen Lebenssituationen“, so Slüter. „Wir freuen uns, dass in der Stadt Borken die Chance gesehen wird, mit dem neuen Förderinstrument des Paragraphen 16h ‚Förderung schwer zu erreichender junger Menschen‘, Sozialgesetzbuch (SGB) II, Impulse zu setzen. Respekt, das ist ein neues Arbeitsmarktinstrument zur Integration dieser Jugendlichen in Arbeit oder Ausbildung. Unser Auftrag ist es, eine Brücke zu bauen zwischen ihnen und den vorhandenen Hilfesystemen.“

Die Sozialpädagogen des Kolping-Bildungswerkes für den Standort Borken, Andrea Schartel, Johanna Frenk, Heiko Heflik, stellten sich vor und berichteten aus den Erkenntnissen ihrer bisherigen Einsätze im Kreis Coesfeld sowie ihren ersten Erfahrungen vor Ort. Ihr Ziel ist es auch für Borken, die bisher von bestehenden Hilfesystemen nicht erreichten jungen Menschen durch zusätzliche Begleitungs- und Unterstützungsleistungen in den Arbeitsmarkt, wie auch in die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu (re-) integrieren. 2,75 sozialpädagogische Arbeitsplätze wurden für den Einsatz in Borken neu geschaffen. Weitere Mitarbeiter aus dem Kolping-Bildungswerk unterstützen das Team bei administrativen Aufgaben.

Dazu Norbert Nießing, Erster Beigeordneter der Stadt Borken, im Pressegespräch: „Wir haben bereits im Rahmen eines Projektes vor ca. zwei bis drei Jahren gute Erfahrungen mit diesem Ansatz gemacht. In der Konsequenz haben wir festgestellt, dass diese Maßnahme durch einen Bildungsträger kontinuierlicher angeboten werden kann. Wir versprechen uns davon, die Jugendlichen, die sich derzeit unserer Unterstützung entziehen, neu erreichen zu können, um sie an den Arbeits- und Ausbildungsmarkt wieder heranzuführen."

Das Jobcenter des Kreises Borken erwartet durch die modellhafte Ausrichtung am Standort Borken auch grundsätzliche. Erkenntnisse zum Umgang mit der Zielgruppe. „Aus Sicht des Jobcenters im Kreis Borken freue ich mich, dass wir mit dem Projekt Respekt den bereits erprobten Ansatz in der Stadt Borken in neuer Form und mit einem neuen Kooperationspartner umsetzen können“, so Susanne Lökes, stellvertretende Leiterin des Jobcenters beim Kreis Borken. „Wir erhoffen uns einerseits, dass vielen jungen Menschen durch die besondere Unterstützung dieses Projektes neue Perspektiven aufgezeigt werden. Zum anderen sind wir aber auch an den Ergebnissen und Erfahrungen insgesamt interessiert, um diese ggf. auch für die übrigen Regionen des Kreises nutzen zu können.“

Erfahrungen


Bisher konnte „Respekt – Mach Dein Ding“ im Kreis Coesfeld über 130 junge Menschen auf ihrem Weg für ein gelingendes Leben begleiten. Über ein Drittel davon arbeitet mittlerweile vollzeitig, geht wieder zur Schule, hat eine Ausbildung gestartet oder orientiert sich beruflich in einer Berufsvorbereitungsmaßnahme, im FSJ oder in einem Praktikum.

Das Projekt richtet sich an junge Menschen, die durch jegliche sozialen Raster fallen und keinen Bezug zu Bildung oder Ausbildung haben. Auch junge Menschen, deren Familien seit mehreren Generationen von Sozialhilfe leben und die aufgrund ihrer individuellen Lebenssituation von den Sozialleistungsangeboten teilweise nicht erreicht werden, zählen zur Zielgruppe.

Andrea Schartel, Teamleiterin „Respekt“, stellte die Arbeitsweise der Sozialpädagogen vor und erläuterte die Herangehensweise: „So unterschiedlich die jungen Menschen, die wir begleiten werden sind, so unterschiedlich sind unsere Unterstützungsangebote. Wir hören zu, wir beraten und begleiten die jungen Menschen, wenn sie es wünschen auch zu den Terminen, die sie in der Vergangenheit zum Teil ohne Unterstützung nicht wahrgenommen haben.“

Ihre fast zweijährigen Erfahrungen hieraus wollen die Sozialarbeiter des Teams „Respekt“ auch in der Stadt Borken zum Wohle der jungen Menschen einbringen. Durch eine kontinuierliche und verlässliche Begleitung sollen sie in enger Kooperation mit den Verantwortlichen in der Kommune ihre Chance mit ganzheitlichen Hilfsangeboten bekommen.

Text: Rita Kleinschneider
Fotos: Michael Dierksmeier

Kolping-Bildungswerk eröffnete Standort „Respekt“ in Borken. (v. li.) Stefan Deitmer (Fallmanagement Stadt Borken), Susanne Lökes (stellvertr. Leitung Jobcenter Kreis Borken), Uwe Slüter (Geschäftsführer Kolping-Bildungswerk) und vom Team Respekt die Sozialpädagogen Andrea Schartel, Johanna Frenk sowie Jürgen van Deenen (Verwaltung). zoom
Kolping-Bildungswerk eröffnete Standort „Respekt“ in Borken. (v. li.) Stefan Deitmer (Fallmanagement Stadt Borken), Susanne Lökes (stellvertr. Leitung Jobcenter Kreis Borken), Uwe Slüter (Geschäftsführer Kolping-Bildungswerk) und vom Team Respekt die Sozialpädagogen Andrea Schartel, Johanna Frenk sowie Jürgen van Deenen (Verwaltung).
Team Respekt für Standort Borkenzoom
Team Respekt für Standort Borken

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Andrea Schartel
Andrea Schartel
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