04.05.2017

Als Boten der Barmherzigkeit und des Friedens von hier aufbrechen

Kardinal Marc Ouellet öffnet Pilgerpforte / Wallfahrtsort Kevelaer feiert 375-jähriges Jubiläum

Mit drei Hammerschlägen gegen das Portal hat Kardinal Marc Ouellet am 1. Mai die Pilgerpforte in Kevelaer geöffnet. Damit ist die diesjährige Pilgersaison, in der das 375-jährige Wallfahrtsjubiläum gefeiert wird, offiziell eröffnet. Begleitet wurde Ouellet, der in Rom die Bischofskongregation leitet, von Bischof Dr. Felix Genn und Wallfahrtsrektor Rolf Lohmann. Ihn beglückwünschte der Kardinal zu Beginn des Gottesdienstes in der Basilika dazu, dass ihn Papst Franziskus vor knapp einer Woche zum Weihbischof im Bistum Münster ernannt hatte. "Wir vertrauen Sie in besonderer Weise der Gottesmutter an", sagte Ouellet.

Maria war es auch, die der Kardinal in den Mittelpunkt seiner Predigt stellte, die er nach dem Gottesdienst wegen des schlechten Wetters in der Basilika und nicht im Forum Pax Christi hielt. Die Kirche sei ein Volk Gottes, das ständig auf dem Weg sei, sagte Ouellet. So schlug er einen Bogen zu den Menschen, die zum Gnadenbild der Gottesmutter in Kevelaer pilgern. „Dieses Bild liegt buchstäblich am Weg", erklärte der Kardinal. Das „kleine, unscheinbare Bildchen" zeige, dass sich Maria den Blicken nicht entziehe. „Sie lässt alles an sich heran, sie entzieht sich nicht." Im Gegenteil blicke sie jeden Tag auf unzählige Lebensgeschichten und Schicksalsschläge, Freude und Leid, die an ihr vorbeiziehen. Maria weite den Blick über die Grenzen der Region hinaus auf die ganze Welt, sagte Ouellet. Und durch ihre Augen schaue auch ihr Sohn Jesus mit seinem „Blick voll Leben und Gnade" auf die Menschen.

Wer das Bild der Gottesmutter in der Kevelaerer Gnadenkapelle aus der Nähe betrachten wolle, der müsse sich in dem engen Gang klein machen. „Das ist eine demütige und zugleich zärtliche und vertrauliche Art, sich der Gottesmutter zu nähern", erklärte der Kardinal, „bei der Verwirklichung seines Heilsplans setzt Gott auf die Unscheinbaren und Kleinen, die Demütigen und Leidenden." Maria hülle die Menschen ein in den Mantel der göttlichen Barmherzigkeit. „Wir sind in der Lage, diesen Mantel mit anderen zu teilen", betonte Ouellet.

Papst Johannes Paul II. vor 30 Jahren in Kevelaer

Erinnernd an den verstorbenen Papst Johannes Paul II., der vor 30 Jahren die Pilgerpforte öffnete, forderte er die Gläubigen auf, sich besonders in der jetzigen Zeit „absurder Aggressionen und Konflikte" für Barmherzigkeit und Frieden einzusetzen: „Wollen wir die Verfolgten und Unterdrückten vor die Trösterin der Barmherzigkeit tragen und mehr denn je als Boten der Barmherzigkeit und des Friedens von hier aufbrechen."

Für ein eindrucksvolles Bild in der Basilika sorgten auch in diesem Jahr wieder die Abordnungen zahlreicher Kolpingsfamilien. Sie pilgern traditionell am 1. Mai nach Kevelaer und zogen mit ihren orange-schwarzen Fahnen in die Kirche ein.

Text und Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

Domkapitular Rolf Lohmann, wenige Tage zuvor zum neuen Weihbischof für den Niederrhein ernannt, Kardinal Marc Ouellet und Bischof Felix Genn (v. li.) verfolgten den feierlichen Einzug der Kolpingbanner in die Basilika. zoom
Domkapitular Rolf Lohmann, wenige Tage zuvor zum neuen Weihbischof für den Niederrhein ernannt, Kardinal Marc Ouellet und Bischof Felix Genn (v. li.) verfolgten den feierlichen Einzug der Kolpingbanner in die Basilika.
Die Kerze des Kolpingwerkes wurde später im Gottesdienst von Diözesanpräses Franz Westerkamp entzündet.zoom
Die Kerze des Kolpingwerkes wurde später im Gottesdienst von Diözesanpräses Franz Westerkamp entzündet.
Trotz Dauerregen versammelten sich unzählige Gläubige aus Nah und Fern auf dem Kapellenplatz. zoom
Trotz Dauerregen versammelten sich unzählige Gläubige aus Nah und Fern auf dem Kapellenplatz.
 
 

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