03.04.2017

„Handwerk weiß Chancen zu nutzen“

Arbeitnehmertagung der Handwerkskammer diskutierte über politische Veränderungen und die Auswirkung auf die Region


Halbjährlich finden sich die Vertreter/-innen von der Arbeitnehmerseite der Vollversammlung der Handwerkskammer zu ihrer Klausurtagung zusammen. Zur Frühjahrstagung am 24./25. März in Bremen wurden die Teilnehmenden der Handwerkskammer Münster von Roy Kahl, Vizepräses der Arbeitnehmer bei der Handwerkskammer Bremen begrüßt. Auch Franz Wieching, Vizepräsident der Handwerkskammer Münster, hob die Bedeutung hervor, sich unter den Handwerkskammern zu vernetzen und in gutem Austausch zu bleiben.

Zu den Auswirkungen des Landesentwicklungsplanes (LEP) für Nordrhein-Westfalen referierte Thomas Harten, Leiter des Geschäftsbereiches Wirtschaftsförderung bei der Handwerkskammer Münster. Die Fragen um die Standorterweiterungen, gerade in ländlich geprägten Regionen, würden zukünftig mit großen Schwierigkeiten verbunden sein.

Neben dem LEP beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Auswirkung des „BrExit“, das Dr. Thomas Ostendorf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, aus Perspektive der Handwerksunternehmen erläuterte. „Größere Auswirkungen wird der „BrExit“ auf das Handwerk im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region nicht haben“, analysierte Dr. Thomas Ostendorf. Dafür seien nur wenige Handwerksbetriebe vom Export nach Großbritannien betroffen. „Die Briten werden wirtschaftlich wohl viel größere Probleme nach dem Austritt bekommen, da sie mehr in die EU-Länder exportieren als von dort importieren.“ Zwar würden auch einzelne Handwerksbetriebe den „BrExit“ spüren. „Aber das Handwerk ist immer dafür bekannt gewesen, Lösungen zu finden und Chancen zu nutzen.“ So sei auch der Strukturwandel im Münsterland geglückt und maßgeblich vom Handwerk vorangetrieben worden, erinnerte der Hauptgeschäftsführer. „Dies wäre nun auch noch eine große Aufgabe in der Emscher-Lippe Region, die leider immer noch eine höhere Arbeitslosenquote aufweist.“

Auch Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster, war zur Tagung nach Bremen gereist. Er referierte über Mitarbeitergewinnung und –bindung. Auch wenn die Kammer 0,6 Prozent mehr Auszubildende als im Vorjahr verzeichnen konnte, „es fehlen immer noch Auszubildende und Fachkräfte im Handwerk“. Insgesamt stünden über 1.000 freie Ausbildungsplätze in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer.

„Für die Fachkräftegewinnung und -sicherung sind Fort- und Weiterbildung die Schlüsselwörter, um die persönliche Eignung für den Arbeitsmarkt zu erhalten.“
Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien gleichermaßen gefordert: Beide seien gut beraten, wenn sie sich selbst oder ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Weiterbildung motivierten. „Wer auf dem neusten Stand der Technik arbeiten und auch ausbilden will, muss diesen ja auch selbst beherrschen“, so Hund.

Zur Fachkräftesicherung zählte der Kammerpräsident auch das Bekenntnis zum Meisterbrief, der die Grundlage für das Ausbildungssystem im Handwerk sei. Denn ohne Meister im Betrieb werde deutlich weniger – oder auch vielleicht gar nicht – ausgebildet und die Betriebe verschwänden deutlich schneller wieder von der Bildfläche. „Die Meisterpflicht ist ein Gewinn für unsere gesamte Volkswirtschaft und kein Hemmschuh für deren Entwicklung“, betonte der Kammerpräsident.

Text: Daniel Fissenewert / rk

Die vom Kolpingwerk und DGB aufgestellten Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite in der Vollversammlung der Handwerkskammer Münster tagten bei ihrem Frühjahrstreffen in der Handwerkskammer Bremen (Bild). Von der Handwerkskammer Münster nahmen teil: Präsident Hans Hund (re.), Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Ostendorf und Vizepräsident Franz Wieching (9. u. 10. v. li.)zoom
Die vom Kolpingwerk und DGB aufgestellten Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite in der Vollversammlung der Handwerkskammer Münster tagten bei ihrem Frühjahrstreffen in der Handwerkskammer Bremen (Bild). Von der Handwerkskammer Münster nahmen teil: Präsident Hans Hund (re.), Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Ostendorf und Vizepräsident Franz Wieching (9. u. 10. v. li.)

Gut zu wissen

In der Vollversammlung der Handwerkskammer Münster vertreten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Interessen des Handwerks. Die Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmerseite werden über den DGB und das Kolpingwerk aufgestellt. Diese ehrenamtliche Tätigkeit sei ein Kernbereich der Demokratie, bestärkte Knut Heine, stellvertr. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, in seinen Ausführungen das Engagement der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Handwerksorganisation. „Sie tragen die Verantwortung in Fragen von Aus- und Weiterbildung, können diese aber auch grundlegend in den Ausschüssen mitgestalten“. Die Wahlen zur Vollversammlung finden alle fünf Jahre statt, für die kommende Wahlperiode im Jahr 2019.

 
 

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